WAKENITZMAUER 3

Unfallschaden, wer ist Schuld?

Unverschuldeter Unfall – welche Rechten und Pflichten
stehen mir zu?

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Autounfälle im Alltag sind keine Seltenheit mehr. Tagtäglich kracht es auf deutschen
Autobahnen und innerstädtischen Verkehrswegen. Das man persönlich in einen solchen
Unfall verwickelt wird, kommt beim Großteil der Bevölkerung mindestens einmal im Leben
vor. Und dabei muss man gar nicht der Verursacher sein, sondern wird in unverschuldete
Mitleidenschaft gezogen.
Aus rechtlicher Sicht ist ein unverschuldeter Unfall simpel einzuschätzen, denn in der Regel
ist die Schuldfrage dabei schon geklärt. Aber trotz der geklärten Schuldfrage, gibt es weitere
Rechte und Ansprüche, die das Opfer im Falle des Falls geltend machen kann. Wir klären Sie
in diesem Artikel über Ihre Rechtslage auf.
Unfälle jeglicher Art sind körperlich und emotional stark belastend. Neben dem Schock
stehen diesem teilweise langfristige Einschränkungen gegenüber. Der PKW ist beschädigt
worden, Versicherungs- & Reparaturfragen müssen nun geklärt werden. Grundlage der
Schadenersatzansprüche des Geschädigten eines Verkehrsunfalles ist das BGB (Bürgerliches
Gesetzbuch). Rechtlich gilt folgendes:

Umfassende Reparaturkosten werden übernommen

Wurde ein Schaden am PKW verursacht, stehen Ihnen alle umfassenden
Reparaturarbeiten zu. Sie haben dabei die Wahl zwischen der Übernahme der
Reparaturkosten und Durchführung der Reparaturmaßnahmen – oder alternativ den
vom KFZ-Gutachter ermittelten Schadenwert, den Sie sich auszahlen lassen können.

Gutachterkosten

Als Laie ist es schier unmöglich entstandene Kosten zu beurteilen. Dafür werden KFZGutachter,
wie unsereins, zu Rate gezogen. Gutachten sind erforderlich, um den
Umfang des Schadens und die daraus entstandenen Kosten detailgenau zu ermitteln.
Auch hier gibt es wieder zwei Varianten von Gutachten. Zum einen gibt es die
Unfallanalyse, die versucht den Hergang des Unfalls aufzuschlüsseln und zu
rekonstruieren. Zum anderen gibt es das KFZ-Gutachten, welches die Höhe des
Schadens am PKW sowie mögliche Reparaturkosten in Zahlen ausdrückt. Als
Unfallgeschädigter können Sie auswählen, an welchen KFZ-Gutachter Sie sich
wenden und entsprechend beauftragen. Zu beachten sind jedoch die sogenannten
Bagatellschäden. Hier handelt es sich um kleinere Schäden am PKW, die meist unter
der festgelegten Bagatellgrenze in Höhe von 750€ liegen. Alles darunter Liegende
wird meist nicht übernommen. Festzuhalten ist, dass das Gutachten der
Beweissicherung dient und zur Geltendmachung Ihrer Schadenersatzansprüche nach
einem Verkehrsunfall benötigt wird.

Wiederbeschaffungsaufwand

Ist der PKW dermaßen beschädigt worden, dass er als “Totalschaden” eingestuft
wird, steht Ihnen als geschädigte Person der Wiederbeschaffungsaufwand zu.
Übersetzt heißt dies, dass Ihnen die Kosten für einen gleichwertigen PKW-Ersatz
zustehen würden. Berücksichtigt werden muss allenfalls nur der Restwert des PKW.
Dieser ergibt sich aus dem vorherigen Zustand des Wagens, sowie dem Alter und der
Abnutzung.

Heilbehandlungskosten

Grundsätzlich müssen vom Unfallgegner alle anfallenden Kosten, die im
Zusammenhang mit der aus dem Unfall resultierenden Verletzungen getragen
werden. An erster Stelle sollte die eigene Gesundheit stehen. Trotz dessen, dass
vermutlich Ihr PKW beschädigt wurde – und Ihnen das bereits ausreichend
Kopfschmerzen bereitet – kommen physische Beschwerden bei Unfällen regelmäßig
vor. Manchmal sind sie direkt erkenntlich, manchmal entwickeln sie sich jedoch in
einem schleichenden Prozess. In der Regel werden die Kosten hierfür von der
eigenen Krankenkasse übernommen. Doch Gesetz des Falles, die Krankenkasse steht
nicht für Sie ein, muss der Unfallgegner für die anfallenden Kosten der Rehabilitation
aufkommen.

Schmerzensgeld

Sind Sie beim besagten Autounfall zu Schaden gekommen und haben sowohl
physische oder psychische Schäden davon getragen, steht Ihnen ein Anspruch auf
Schmerzensgeld zu. Wie hoch dieses ausfällt, ist von der Schwere der Verletzung
abhängig. Grundsätzlich empfiehlt sich hier, sich Rechtsbeistand zu Rate zu ziehen.
Sie müssen in der Lage sein, die Verletzungen auf den spezifischen Unfall beziehen zu
können. Jedoch ist festzuhalten, dass sich Schmerzen bzw. Erkrankungen oder
Verletzungen am menschlichen Körper schwer in Geldbeträgen definieren lassen.
Deswegen hat man als groben Richtwert eine sogenannte Schmerzensgeldtabelle
erstellt, an der man sich etwas orientieren kann. Wie hoch der Betrag letztlich
ausfallen wird, entscheidet jedoch der Einzelfall anhand der Schwere und Ausmaß,
Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit, Therapiedauer und eventuelle
Langzeitschäden. Meist müssen sich die Unfallopfer diversen ärztlichen
Untersuchungen und Gutachten unterziehen, die die Schwere dessen ermitteln und
einen Betrag erörtern.

Wertminderung

In der Regel ergibt sich bei einem mehr oder minder schweren Unfall eine
Wertminderung des PKW. Hier wird zwischen zwei Arten der Wertminderung
unterschieden. Zum einen gib es den merkantilen Minderwert, der die
Wertminderung Ihres PKW auf dem Markt wiedergibt. Zum anderen spricht man
zusätzlich von einer technischen Wertminderung, die eine Auskunft über den
langfristigen Schaden nach einer erfolgreichen Reparatur gibt. Ein passendes Beispiel
sind hier geringe Farbunterschiede bei der Lackierung des PKW.

Mietwagenkosten

Ist Ihr PKW nach dem Unfall so stark beschädigt und befindet sich entsprechend in
der Reparatur, steht Ihnen die Kostenübernahme eines Ausweichs-PKW zu. Im
Zeitraum vom Unfall bis hin zur Erstellung des Schadengutachtens und Fertigstellung
der Reparaturmaßnahmen können Sie auf einen Mietwagen zurückgreifen. Doch wer
nun auf die Idee kommt, sich den neusten Sportwagen oder das Traumauto als
Mietwagen zuzulegen – der irrt. Denn der Wert bzw. die Klasse des PKWs muss sich in
ähnlichem Verhältnis zum Mietwagen befinden. Zudem sollten Sie schnell die
Entscheidung treffen, einen Wagen anzumieten. Denn hier ist ein Zeitraum von
maximal 10 Tagen vorgegeben. Auch müssen Sie in der Anmietung die
Schadensminderungspflicht berücksichtigen. Diese besagt, dass die Mietdauer sich
anhand der Aussagen des Sachverständigen und der voraussichtlichen Dauer der
Fertigstellung der Reparatur, orientieren sollte. In der Regel spricht man hier von ca.
14 Tagen Wiederbeschaffungszeitraum.

Nutzungsausfallentschädigung

Als Alternative zum Mietwagen, kann auch die Nutzungsausfallentschädigung in
Anspruch genommen werden. Diese beziffert den entgangenen Gebrauchsvorteil des
PKWs, der durch den Unfall zu Schaden gekommen ist. Jedoch müssen Sie hier
darlegen, dass ein definitiver Nutzungswille existiert, wie beispielsweise die tägliche
Fahrt auf die Arbeit oder dringende Termine wie Arztbesuche.

Die 8 aufgezählten Ansprüche sind die häufigsten Fälle, wenn es zu PKW-Unfällen kommt.
Die Liste lässt sich je nach Individualität des Unfalls erweitern und ergänzen, um
beispielsweise Entsorgungs- & Abschleppkosten oder Fahrtkosten. Es empfiehlt sich daher,
sich über persönliche Rechte und Pflichten von einem Rechtsanwalt beraten zu lassen.
Oftmals entgehen dem Laien wichtige Ansprüche, die aufgrund von eigener Unwissenheit
nicht geltend gemacht werden. Gerade auch wenn es zu Kommunikationsproblemen oder
Verweigerung der Kostenübernahme zwischen den Unfallparteien geht, ist ein
Rechtsbeistand nur anzuraten. Wie bereits in den oberen Absätzen näher erklärt, sind
anfallende Kosten für Rechtsberatung vom Unfallverursacher zu tragen. Weiterhin empfiehlt
es sich, bei einem mehr oder minder schweren Unfall die Polizei zu alarmieren.

 

Quellenangabe:

https://www.bussgeldkatalog.org/unverschuldeter-unfall/
https://www.kanzleiwehner.de/2019/07/was-tun-nach-einem-unverschuldetenverkehrsunfall/

*Alle Angaben ohne Gewähr.
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